Digitale Stadt

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Gute Online-Dienste für Deutschland

Hamburg und Schleswig-Holstein bringen bundesweiten Standard auf den Weg

Die neue Adresse anmelden, Kindergeld oder das Führungszeugnis beantragen: In vielen Lebenslagen ist der Kontakt zur Verwaltung notwendig. Online-Dienste erleichtern diese Verfahren – vorausgesetzt, sie sind gut gemacht. Dazu gehört, dass sie leicht zu bedienen und barrierefrei sind. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet alle Länder und Kommunen ihre Dienste digital anzubieten. Das hat der Modernisierung der Verwaltung in Deutschland einen großen Schub gegeben. Dabei darf das Online-Angebot nicht komplizierter sein als das analoge Verfahren. Deshalb schaffen Hamburg und Schleswig-Holstein einen einheitlichen Design-Standard.

Mit Unterstützung von Expertinnen und Experten für UX-Design entsteht ein Baukastensystem, das eng an den Bedarfen der Nutzerinnen und Nutzer orientiert ist. Dieses wird in einem Open-Source-System bundesweit zur Verfügung gestellt. Entwicklerinnen und Entwickler werden damit befähigt, digitale Verwaltungslösungen barrierefrei und effizient zu gestalten. Die Standardisierung betrifft dabei in erster Linie die Bedienbarkeit und Funktionsweise. Die Wiedererkennbarkeit der Kommunen und Länder im digitalen Raum wird weiterhin gewährleistet.

Frau am Laptop
© Christin Hume auf Unsplash

„Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen erwarten, dass sie Online-Dienste der Verwaltung so intuitiv und unkompliziert nutzen können, wie sie es von privatwirtschaftlichen Angeboten wie zum Beispiel vom Online-Shopping gewohnt sind“, erklärt Staatsrat Jan Pörksen, Chef der Hamburger Senatskanzlei.Gut bedienbare Verwaltungslösungen mit Wiedererkennungswert stärken das Vertrauen in den digitalen Staat. Es geht darum, digitale Services attraktiv zu gestalten, damit Behördenangelegenheiten immer öfter online erledigt werden.“

Eine erste Version des KERN UX-Standards wurde auf www.kern-ux.de im Februar 2024 veröffentlicht. Durch das Feedback der ersten Nutzenden wird KERN fortlaufend verbessert und weiterentwickelt. Eine breite Einbindung ist für KERN der Schlüssel zum Erfolg. Das Projekt ist stets auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnerschaften.

Zu den Projektpartnern gehören neben Hamburg und Schleswig-Holstein als Initiatoren, auch der IT-Verbund Schleswig-Holstein, ITZBund und der Dienstleister Dataport. Auf der OpenCode-Plattform des Bundes tauscht sich die Community laufend zu den Zwischenergebnissen aus. 

 

KERN 2: Weiterentwicklungen im Überblick

 

Mit der zweiten Version von KERN wird das Design-System konsequent weiterentwickelt und um zahlreiche technische und inhaltliche Neuerungen ergänzt. KERN 2 setzt auf eine moderne, modulare Architektur (Atomic Design) und nutzt Plain-CSS/HTML als technologische Grundlage, was die Übertragbarkeit auf verschiedene Systeme erleichtert. 

Der Komponentenkatalog wurde deutlich erweitert, sodass nun noch mehr digitale Verwaltungsprozesse – von Formularstrecken bis zu komplexen Online-Diensten – nutzerfreundlich und barrierefrei gestaltet werden können. Wesentliche Verbesserungen bei Farbsystematik und Typografie schaffen eine starke gestalterische Grundlage. Elemente der Digitalen Dachmarke, wie die Kopfzeile oder das Bildzeichen, sind nahtlos in das Design-System integriert. 

Die Entwicklung erfolgt transparent über ein offenes Kanban-Board auf openCode und folgt einem strukturierten, mehrfach getesteten Prozess. Mitwirkungsmöglichkeiten wurden gezielt ausgebaut: Komponenten-Anforderungen können über Templates im Backlog platziert und gemeinsam mit dem KERN Team entwickelt werden. Umfangreiche Materialien, klar definierte Rollen, Zwischenschritte und Qualitätskriterien stellen ein hochwertiges Ergebnis sicher. Damit schafft KERN 2 ein offenes, technologieunabhängiges Fundament für digitale Verwaltungsangebote, das Interoperabilität, Nachnutzung und ein konsistentes Nutzererlebnis über föderale Grenzen hinweg fördert.