Eine Hand auf einem digitalen Tisch mit Stadtplan
© Angela Pfeiffer

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Stand: 08.09.2022, 11:41

Connected Urban Twins: Mit Digitalen Zwillingen die Zukunft der Städte gestalten

Hamburg, Leipzig und München gehen im Rahmen des Kooperationsprojektes „Connected Urban Twins“ (CUT) seit Anfang des Jahres 2021 gemeinsam den Weg zur Stadtentwicklung der Zukunft. Während der insgesamt fünfjährigen Projektlaufzeit bringen die Städte die Entwicklung Urbaner Digitaler Zwillinge voran.

Wie können wir neuen Wohnraum schaffen oder Verkehrswege optimieren? Wo planen wir Stadtgrün und Orte zur Erholung? Ganz unterschiedliche Fragestellungen können mit Urbanen Digitalen Zwillingen bearbeitet werden. Sie bündeln vielfältige städtische Daten zu realitätsnahen, digitalen Abbildern von Städten. Diese dienen nicht nur der Visualisierung, sondern ermöglichen auch die Simulation von Was-Wäre-Wenn-Szenarien. Wenn ausreichend Daten zur Verfügung stehen, können Planerinnen und Planer mit Digitalen Zwillingen für Städte und Kommunen zum Beispiel simulieren, wie ein Stadtteil sich unter der Berücksichtigung von vielen verschiedenen Faktoren, wie der Bebauung, Bevölkerungszahlen oder Verkehr entwickelt.

Städteübergreifender Wissenstransfer

Hamburg hat sich im Januar 2021 mit dem Projekt „Connected Urban Twins“ (CUT) auf den Weg gemacht, gemeinsam mit Leipzig und München in einem rund 70-köpfigen Team bestehende Technologien in den eigenen Städten weiterzuentwickeln. Dazu gehört in Hamburg unter anderem DIPAS, das Digitale Partizipationssystem, welches auch in den Partnerstädten erprobt wird. Außerdem entsteht im CUT-Projekt ein Baukastensystem für den Einsatz von Digitalen Zwillingen in anderen Städten und Kommunen.

Christian Pfromm, Chief Digital Officer (CDO) der Freien und Hansestadt Hamburg: „Hamburg hat den digitalen Zwilling bereits als Schwerpunktthema in die Digitalstrategie aufgenommen. Damit wollen wir die Möglichkeiten dieser Technologie erproben und in die Verwaltungspraxis einbringen. Innerhalb unserer Kooperation mit Leipzig und München werden wir Ergebnisse frühzeitig teilen, Lösungen flexibel und städteübergreifend sowie nutzerorientiert entwickeln. Dabei ist es uns aber genauso wichtig, dass die Erfahrungen später auch in den Metropolregionen sowie anderen Städten genutzt und als Open Source zur Verfügung gestellt werden können.“

Der aktive Wissenstransfer innerhalb des Projektes und über seine Grenzen hinaus in andere Städte und Kommunen ist ein wesentliches Projektziel. Das CUT-Projektteam entwickelt Urbane Digitale Zwillinge nicht nur als moderne Werkzeuge für Planerinnen und Planer: Indem komplexe städtische Zusammenhänge mit Digitalen Zwillingen einfach visualisiert werden können, werden diese auch für Nicht-Fachleute nachvollziehbar.


Neue Werkzeuge für die Beteiligung der Stadtgesellschaft

Welche Möglichkeiten dies vor allem für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an komplexen Fragestellungen der Stadtentwicklung bietet, wird im CUT-Projekt in Realexperimenten getestet. In einem ersten Versuch zum Thema Mobilität und Sorgearbeit hat das CityScienceLab der HafenCity Universität Hamburg als CUT-Forschungspartner gemeinsam mit 20 Sorgearbeiterinnen und -arbeitern, also Menschen, die beispielsweise unbezahlt Familienangehörige pflegen, ihre alltäglichen Wege erfasst. In einer zu diesem Zweck auf Basis von DIPAS entwickelten Anwendung für so genannte Touch-Tische konnten Bürgerinnen und Bürger ihre alltäglichen Wege eintragen und direkte Rückmeldungen zu anderen Beiträgen geben.

FairCare Verkehr – Digitale Tools für Datenerfassung und Storytelling

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Über einen solchen Anwendungsfall erhält das Projektteam nicht nur wichtiges Feedback zur Nutzungsfreundlichkeit, welches in die Entwicklung weiterer Funktionen und Technologien einfließt. Das Beispiel zeigt auch, wie Urbane Digitale Zwillinge genutzt werden können, um Verkehrswege zu simulieren und Barrieren aus dem Weg zu schaffen. Sie bündeln Wissen, um neu durchdachte Entscheidungen in der Stadtentwicklung herbeizuführen.


Kontakt

Zur allgemeinen Kontaktaufnahme oder bei Medienanfragen zum CUT-Projekt senden Sie bitte eine E-Mail an cut@sk.hamburg.de